Mittels “entrepreneurial spirit” lassen sich nicht nur kommerzielle Startups gründen sondern auch soziale Veränderungen fördern. Solche Social Entrepreneurs haben das Ziel unternehmerische Lösungen für soziale und ökologische Probleme zu finden und umzusetzen. Besondere Wirkung entfalten Social Entrepreneure, wenn ihre Innovationen nicht nur einzelne Leuchttürme sind, sondern eine systemverändernde, gesellschaftliche Wirkung haben.
Ein bekanntes Beispiel in Deutschland für diesen Typus Unternehmer ist Thilo Bode, Gründer von foodwatch. Mit seinen unabhängigen Analysen deckt er verbraucherfeindliche Praktiken in der Lebensmittelindustrie auf. Er setzt sich für mehr Transparenz in der Deklaration von Lebensmitteln ein. Er wurde zum “Social Entrepreneur 2009″ der Schwab Foundation gewählt.
Die Kriterien für einen solchen Social Entrepreneur sind laut der Schwab Foundation:
- Innovation: Innovative Produkte oder die innovative Anwendung von Technologie bewirken sozialen Wandel.
- Nachhaltigkeit: Die ins Leben gerufene Initiative (Not-for-profit oder for-profit) wird langfristig aufrechterhalten.
- Direkte soziale Auswirkung: Die Wirkung lässt sich quantifizieren, z.B. durch Studien.
- Verbreitung: Die Initiative wurde erfolgreich auf andere Regionen bzw. Länder adaptiert. Dies kann durch den Gründer selbst oder andere erfolgen.
- Übertragbarkeit: Die Initiative könnte potenziell auch in anderen Ländern funktionieren. Der Gründer arbeitet mit anderen zusammen, um die Idee zu verbreiten.
Die Ashoka Foundation ergänzt diese Kriterien um “unternehmerische Wachstumsabsicht” und setzt einen besonderen Fokus auf die Übertragbarkeit bzw. Verbreitbarkeit der sozialen Geschäftsidee:
“Weil Social Entrepreneurs systemisch denken, verankern sie ihre Ansätze unabhängig von sich in der Gesellschaft: Sie sind nicht interessiert daran, einen Kindergarten zu bauen, sondern ein besseres System der Kinderbetreuung im ganzen Land zu verbreiten. Sie sind nicht zufrieden, wenn ihr Konzept an einem Ort funktioniert, sondern wollen das zugrundeliegende Erfolgsrezept überall dorthin bringen, wo es gebraucht wird.”
Eine sehr umfassende Übersicht aktueller Social Entrepreneure der Schwab Foundation findet sich hier. Die Geförderten der Ashoka-Initiative finden sich in der so genannten Fellows-Map. Ein Leckerbissen für Social Entrepreneure, die auf der Suche nach Investmentkapital sind, ist dieser hochkarätige Leitfaden für die Verhandlung mit potentiellen Geldgebern, verfasst von Experten wie Prof. Achleitner der TU München.