Neuer Mac Mini – Blogschau

On März 5, 2009 / By Wolfram / In Produkt / Reply

Die Veröffentlichung des neuen Mac Mini wird auch in den Blogs und Newsseiten eifrig diskutiert und analysiert. Da ich mir gerade überlege einen Mac Mini zu kaufen; anbei einmal die interessantesten Blogposts zum Thema:

  • fscklog nimmt den Mac Mini gleichmal auseinander und untersucht das Innenleben. Naja, eher was für Fans & Experten. Erfahren habe ich z.B. dass man nicht mehr den Intel-Prozessor tauschen kann, da dieser nun mit dem Motherboard fest verlötet ist. Für mich als Nicht-Bastler eigentlich nicht weiter schlimm, außer dass es natürlich aus Nachhaltigkeitssicht mehr als schlecht ist – siehe passend dazu diesen Artikel von Greenpeace. Wie auch in meinem Artikel schon angeführt, muss das Produktdesign eine neue, führende Rolle im Bereich Nachhaltigkeit übernehmen. Auch Apple produziert dann mit seinem Mac Mini bei diesen technischen Restriktionen de facto einen Wegwerf-Artikel; denn der Prozessor wird in wenigen Jahren hoffnungslos veraltet sein – dann würde ich mir wünschen, dass ich ihn gegen ein moderneres Modell austauschen kann und so den mini weiter nutzen kann. Schade, dass das anscheinend nicht geht. Gerade hier könnte doch cleveres Produktdesign tatsächlich eine Führungsrolle übernehmen (by the way: Gibt es PCs die explizit mit ihrer idiotensicheren Aufrüstbarkeit werben?)
  • engadget bringt eine Bildergalerie des neuen Mac Mini und einen schönen Bildvergleich zwischen altem und neuen Mac Mini
  • TreeHugger erteilt der Aussage “weltweit energieeffizientester Desktop-Rechner” eine Absage; wenngleich auch sie schwer begeistert sind vom neuen Mac Mini. In ihrem Artikel weisen zu Recht darauf hin, dass die 13 Watt des Mac Minis nur in der Leerlaufphase erreicht werden und natürlich die große Gefahr besteht, dass der Käufer an den Mini ein Cinema Display und Dolby Surround-Boxen hängt und dann sich durch diverse Computerspiele zockt – und dadurch den Energieverbrauch wieder ins Unermeßliche steigen lässt. Aber auch TreeHugger muss zugeben, dass der neue Mac Mini mit einigen tollen nachhaltigen Elementen aufwartet: z.B. EPEAT Gold-Zertifizierung, verringertes Verpackungsmaterial etc.
  • Energynet verweist in seinem Artikel zur Green IT auf einen anderen Energiesparfuchs: den Fujitsu-Siemens O-Watt-PC (zumindest im Standby).

Wer kennt weitere empfehlenswerte Artikel und Blogposts zum Mac Mini und seinen Nachhaltigkeitsgehalt? Über Tipps und Empfehlungen in den Kommentaren freue ich mich (gerne auch zu MacBooks oder anderen empfehlenswerten grünen PCs).

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2 Responses to “Neuer Mac Mini – Blogschau”

Comments

  1. Nicht nur der Prozessor veraltet, sondern die anderen Teile praktisch genauso. In ein paar Jahren nur den Prozessor zu tauschen würde wahrscheinlich kaum etwas bringen, weil dann Speicher, Festplatte, der lahme Grafikchip oder der Bus auf dem Mainboard wohl alle zum Flaschenhals würden. Aber die Prozessorgenerationen sind nicht nur aus Marketinggründen inkompatibel. Wenn die Kommunikation zwischen Bauteilen nicht mehr ausreicht, konzipiert man ihre Verbindungen neu. Die Komponenten müssen präzise aufeinander abgestimmt sein, damit sie miteinander funktionieren können. Das wird sich so schnell nicht ändern, und deshalb war der Tausch von einzelnen Chips schon immer nur sehr eingeschränkt möglich. Oder sie führen mehrere Komponenten gleich ganz zusammen (z.B. Grafik in die CPU), dann passt der neue Chip erst recht nicht mehr zum alten Board.

    Was allerdings in der Vergangenheit und auch heute noch — insbesondere bei OSX — gilt, ist, dass Speicher und Festplatte aufzurüsten meistens deutlich mehr bringt als ein Prozessorupgrade. Im MobileMacs-Podast hieß es, dass der Tausch der Festplatte im Mac Mini in eine (derzeit noch etwas zu teure) SSD zu mehr als einer gefühlten Verdoppelung der Geschwindigkeit führt. Das könnte in zwei Jahren ein naheliegendes Upgrade sein. Da würde es tatsächlich ungemein helfen wenn Minis leichter geöffnet werden könnten. Das ist übrigens auch mein größter Kritikpunkt an den Geräten.

    Was die Nachhaltigkeit angeht wäre es sicherlich gut die Verwendung der Geräte möglichst lange zu strecken; also erstmal selber benutzen, dann gebraucht weiterverkaufen oder einer sozialen Einrichtung spenden etc. Aber einen echten Fortschritt würde erst eine Änderung bei den eingesetzten Materialien und Verfahren bringen. Die Geräte müssten so gebaut werden sollte, dass die Materialien erstens nicht mehr giftig sind, dann möglichst komplett in den Industriekreislauf zurückgeführt und am Ende zum Teil sogar kompostiert werden können (cradle to cradle). Stromsparfunktionen sind natürlich gut und richtig, aber solange die Materialien sich in keinem nachhaltigen Nutzungs-Kreislauf befinden steckt in der Green-IT noch viel zu viel Marketing und nur allzu wenig Grün.

  2. Na da ist doch einmal eine positive Überraschung: noch ein Wolfram hier im Blog. ;-)

    Lieber Wolfram,

    danke für Deinen ausführlichen Kommentar. Ich interessiere mich aktuell auch sehr für die Nachhaltigkeit von PCs und Notebooks. Ein wichtiger Baustein ist sicher die möglichst lange Verwendung und vor allem die leichte Aufrüstbarkeit. Danke für Deinen Hinweis auf das Aufrüsten von Speicher und Festplatte. Das war mir bisher so noch nicht bekannt.

    Die Integration von Cradle-to-Cradle-Prinzipien in die Fertigung von PCs wäre sicherlich eine großer Fortschritt. Kennst Du hier erste Beispiele?

    Eine Studie der TU Berlin hat in diesem Zusammenhang ergeben, dass durch Recycling der PCs nur nur rund 13% der für die Herstellung aufgewendeten Energie zurückgewonnen wird. Die restlichen 87% des „energetischen Rucksacks“ gehen unwiederbringlich verloren, sobald der PC entsorgt wird – selbst bei Demontage und Materialrecycling.

    Viele Grüße,
    Wolfram

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