Wir allen wissen, dass die deutliche Optimierung der Energieeffizienz ein ganz wesentlicher Bestandteil der Energiewende ist. Das Problem bei der Umsetzung ist für mich gerade, dass die Energiekonzerne und Stadtwerke von der Politik und der Gesellschaft aufgefordert wurden hier Lösungen zu entwickeln. Wurde damit nicht der Bock zum Gärtner gemacht?
Schließlich könnte das 11. Gebot für jeden “guten” (im ökonomischen Sinne!) Stromkonzern doch nur heißen: “Du sollst Deinen Kunden nicht beim Stromsparen helfen.” Und gerade diese Akteure sollen nun Vorreiter in Sachen Energieeffizienz werden? Anstatt also einfach nur diese Dinge moralisch einzufordern, sollten wir uns vielleicht lieber Gedanken machen, wie wir die Energieeffizienz für den Stromliefernden wirtschaftlich attraktiv machen?
Alternativ könnte der Staat auch selber eingreifen und Energieeffizienz durchsetzen, z.B. durch Energiesteuern (Stichwort: ökologische Steuerreform) oder Höchstverbrauchsgrenzen.
(Wer Interesse an wissenschaftlich fundierten Antworten auf diese Fragen hat, dem sei die Disseration von Stefan Thomas empfohlen.)

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24/04/2009 @ 16:20
Ein höherer Umsatz (Stromverbrauch) führt ja nicht automatisch zu höheren Gewinnen, von daher stimmt das 11. Gebot nur bedingt. Stromkonzerne können Ihren Kunden zumindest empfehlen z.B. nicht zu Spitzenlastzeiten die Waschmaschine anzustellen, sondern abends zu waschen, wenn der Bedarf gering ist. Dafür wurde auch Nachtstrom erfunden.
Und es gibt ja zum Glück auch einige Stromanbieter die sich nicht wie Großkapitalisten aufführen, sondern Teil der Umweltbewegung sind, z.B. die Elektrizitätswerke Schönau, die aus einer Bürgerinitiative entstanden sind, und die Genossenschaft Greenpeace Energy.
01/07/2010 @ 15:44
Insbesondere bei Stadtwerken stimmt der Gedanke “den Bock zum Gärtner machen” häufig nicht. In vielen Gesprächen mit Vertretern von Stadtwerken, wurde mir bewusst wie wichtig das Thema CO2-Einsparung für diese ist, weil Sie sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung häufig sehr bewusst sind. Manche verkaufen oder verschenken energiesparende Produkte, Andere bieten Ökostrom zum gleichen Preis wie den normalen Strom an………….hier liegt es häufig an den Stromkunden in welche Richtung die Reise geht.