Basic & Co zwischen den Stühlen – Biosupermärkte in der Krise
Das Handelsblatt berichtet in einem lesenswerten und frei verfügbaren Artikel über die erste Krise im Bio-Einzelhandel. Diese treffe vor allem so genannte Biosupermärkte wie Basic oder Alnatura, die in den letzten Jahren in den deutschen Innenstädten wie Pilze aus dem Boden schossen. Der Druck kommt durch die “BioBio”-Linien der großen Discounter. Durch die Konjunkturflaute richten die Konsumenten ihren Blick wieder mehr auf den Preis – und gerade hier scheinen Basic & Co nicht als preisgünstig in den Köpfen der Kunden verankert zu sein.
Sollte diese Einschätzung stimmen, so ist dies meiner Meinung nach für die Bio-Supermarktketten doppelt fatal: Auf der einen Seite möchten sich Basic, Alnatura & Co nicht alleine über den Preis definieren, auf der anderen Seite wandern ihre Zielkunden anscheinend in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten schnell zu den Discountern ab. Diese Position “nicht billiger werden wollen (oder können?) und gleichzeitig nicht Premiumkunden an sich binden können”, könnte zu schweren Problemen führen.
Der lachende Dritte in diesem Dilemma könnten die Bio-Fachhändler (z.B. Bioland oder Demeter) sein. Diese fokussieren sich mit ihren Preisen und ihrem Know-how/Service schon immer auf informierte Kunden. Diese nehmen auch bewusst höhere Preise in Kauf und sind daher kaum abwanderungsgefährdet.

Wobei sich Basic im vergangenen Jahr mit ihrer Lidl-Posse ja selbst ins Aus geschossen hat. Ich denke, dabei haben sie einen Großteil ihrer treuen Kundschaft vergrault bzw. zumindest offen für neue Angebote werden lassen.
Durch die öffentlichen “Einstimmungen” und “Geizistgeil”-Kampagnen verlernen viele Mitmenschen das Rechnen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Produkte aus dem Bioladen in der Haushaltskasse kein größeres Loch verursachen, da sie – gut zusammengestellt – einen höheren Sättigungsgrad erreichen. Da genügen 3 gute Mahlzeiten.
Die Aufnahme von Salz und raffiniertem Zucker, wodurch unser Geschmack an Lebensmitteln verändert wird, verringert sich um ein vielfaches. Beim Überblick der angebotenen Lebensmittel in unseren Geschäften komme ich zu der Überzeugung – es ist genug für alle da, vor allem auch Gutes und Gesundes.