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car2go und Business Innovation bei Daimler

Carsharing-Initaitiven wie car2go von Daimler oder DriveNow von BMW sind neue Geschäftsmodelle der Automobilkonzerne um neue Zielgruppen (junge Städter, die mobil sind aber dafür nicht zwingend ein Auto besitzen müssen) zu erreichen und Märkte zu erschließen, die bisher nicht adressierbar waren (innerstädtischer Mobilitätsverkehr, der bisher von Taxis / ÖPNV dominiert wird).

Im Falle von Daimler ist car2go wiederum nur eine Initiative unter vielen. Entwickelt, geplant und gesteuert werden diese Projekte von der Unit “Business Innovation”. Im Netz finden sich bisher zu diesen Initiativen und dieser Abteilung “Business Innovation” ein paar wenige Informationen. Durch den Stand von Business Innovation bei der re:bublica 2012 scheint sich dies nun etwas zu intensivieren.  Unter diesem Link aus dem Jahr 2010 findet sich einer Aufstellung öffentlich bekannter Projekte, u.a.:

  • car2go
  • car2gether (Ein Pilotprojekt für Peer2Peer-Mitfahrgelegenheiten; mittlerweile wieder eingestellt)
  • Mercedes Benz Young Classics (Zum Verkauf stehen so genannte Youngtimer, Personenwagen aus den Jahren 1970 bis 1990)
  • Driving Academy (Verkehrserziehungsprogramme für Jugendliche)

Car2go ist somit nur die Spitze eines Eisberges an Strategien und Projekten (mindestens 58 neue Geschäftsideen, davon 12 am Markt als Pilotprojekt; siehe obigen Link). Spannend wäre es zu wissen, was Daimler hier noch alles im Köcher hat. Es scheint so, dass die “Business Innovation”-Einheit systematisch den Markt nach Opportunities scannt, diese strukturiert bewertet und einzelne Maßnahmen dann aber auch durch den Konzern voll unterstützt am Markt etabliert.

Strategisch ist das Aufsetzen einer eigenen Einheit logisch und sinnvoll, denn mit diesen Geschäftsmodellen begeben sich die Autokonzerne auf für sie unbekanntes Terrain. Normalerweise dauert die Entwicklung z.B. eines neuen Automodells 5-7 Jahre, die Kosten für diese Entwicklung sind enorm und man hat nur einen Versuch: Sobald das Automodell draussen ist, muss man damit leben und es an den Kunden bringen – auch wenn man z.B. beim Verbrauch / Effizienz an den dann aktuellen Kundenbedürfnissen vorbei entwickelt hat.

Ganz anders bei car2go & Co: Hier lassen sich Business Models nach dem Prinzip “fail fast, trail often” ausrollen. Die Innovations-Initiativen haben einen wesentlich geringeren Time2Market, geringere Kosten und können auch nach “Go Live” auf Basis von Kundenfeedback verbessert werden – oder auch bei mangelndem Kundenzuspruch wieder eingestampft werden. Aufgrund dieser neuen “Geschäftsregeln” wünschen wir Daimler & Co eine steile Lernkurve (z.B. negatives Kundenfeedback als Chance zur raschen Verbesserung des Geschäftsmodells zu nutzen) und noch mehr Mut beim Ausprobieren neuer Mobilitäts-Initiativen, die nicht immer zwingend mit Autos zu tun haben müssen (z.B. Mobilitätsportale, die bewusst alternative Verkehrsmittel anbieten).

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Taxi 2.0 – Innovative Technologien und Geschäftsmodelle die Taxinutzer ansprechen

In dem ersten Taxi 2.0-Artikel habe ich auf Erkenntnisse hinsichtlich der Rolle und Funktion von Taxiverkehren in städtischen Verkehrsmodellen hingewiesen. Taxis erfüllen somit die Mobilitätsbedürfnisse bestimmter Zielgruppen und sind ein wesentlicher Bestandteil eines funktionierenden ÖPNV. In dem Grundlagenartikel dazu von Martin wird auch mit dem “Peer-to-Peer-Sammeltaxi” ein Geschäftsmodell entworfen, das diese besondere Nachfragestruktur noch besser bedienen könnte. Allgemein versuchen aktuell viele disruptive Technologien und Geschäftsmodelle die Taxinutzer-Zielgruppe und ihre Bedürfnisse abzuholen. Eine Übersicht:

  • Die Taxi-Sharing App Colexio, die eine Anwendung für ein solches “Peer-to-Peer-Sammeltaxi” ist, allerdings auf offizielle Taxis bezogen. Durch die App können sich Fahrgäste zu gemeinsamen Fahrten mit einem Taxi (Sammeltaxi) zusammenfinden und so gemeinsam sparen. Die App übermittelt die individuellen Fahrtwünsche an das Taxi.
  • Pocket Taxi und flinc: Dienste die die Mitfahrgelegenheit in die App und den Browser bringen. Problem: Die Vermittlung bezieht sich vor allem auf längerfristig geplante Mitfahrgelegenheiten. Der nächste Schritt ist die automatische Vermittlung in Echtzeit von spontanen Fahrten. Mit Hilfe von Geodaten zeigen die Apps die aktuelle Position von möglichen Fahrern und Mitfahrern an. Mit diesem Service möchte sich Pocket Taxi abgrenzen und verbindet dies laut Presseberichten sogar mit einer Online-Bezahlfunktion. Den eigentlichen Fahrpreis machen die Nutzer unter sich aus. Welches Marktpotential solche Apps noch heben können, zeigen solche Artikel.
  • Die myTaxi App nutzt Kunden und Taxifahrern, da die Kunden sehr schnell und on demand zu einem Taxi kommen und die Fahrer nicht mehr auf für sie teure Taxizentralen angewiesen sind. Mittlerweile wollen mehrere Konkurrenten in Europa ein Stück vom Kuchen abhaben, z.B.Taxi.euHailo.
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Taxi 2.0 – Die Rolle von Taxis für vernetzte Mobilität

Auf dem allgemein sehr lesenswerten Blog “Zukunft Mobilität” findet sich ein Artikel über die Rolle von Taxis im ÖPNV. Kernthese ist, dass Taxis eine größere Rolle für einen funktionierenden ÖPNV spielen, als allgemein angenommen. Die einzelnen Argumente, die diese These untermauern werden in dem Text anschaulich abgeleitet und dargestellt. Als Ergebnis lässt sich zusammenfassen:

  • Taxis sind für bestimmte Zielgruppen (Geschäftsleute, Studenten / junge Menschen, ältere Menschen) zumindest in bestimmten Zeitfenstern bzw. Nutzungsfällen ein wesentliches Verkehrsinstrument, das exklusiv die Befriedigung der individuellen Mobilitätsbedürfnisse ermöglicht (z.B. Nachts außerhalb von ÖPNV-Verkehren sicher nach Hause gelangen).
  • Die Datenanalyse am Beispiel New York zeigt, dass Taxis dem klassischen ÖPNV nicht die Kunden wegnehmen, da Taxis überwiegend nur für eine Fahrt am Tag genutzt werden. Das heisst der Kunde bindet das Taxi von sich aus in eine intermodale Verkehrsstrecke ein.
  • Taxis bedienen somit genau die “Use Cases”, die der ÖPNV systembedingt nicht oder nur mit großen Komforteinbußen abdecken kann (schlechter Takt, > 2 Umstiege, Start und Ziel der Wegstrecke sind sehr weit räumlich voneinander entfernt).

In der geschickten Verknüpfung des ÖPNV mit den Taxiverkehren liegt also noch viel Potential:

“Durch eine engere Integration von Taxi und Bus/Bahn lässt sich das Verkehrsangebot mit einfachen Mitteln schnell und günstig verbessern und gleichzeitig der motorisierte Individualverkehr einschränken.”

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Autoblogger Rundschau

  • Nicht nur die Automobilindustrie selbst ist im Wandel, sondern auch die Autoblogger-Szene, die laut diesem Artikel von Robert Basic den etablierten Motorjournalismus mit neuen Perspektiven bereichert und ergänzt. Rob fasst es so zusammen: “Der Kern eines gutes Content-Produktes ist und bleibt die Schreibe und der Kopf. Beides bringt die Autobloggerszene gepaart mit Herzblut hoch Zehn mit.”
  • Über diesen Artikel bin ich auch auf diesen sehr lesenswerten Test des E-Klasse Hybrids aufmerksam geworden. Der Freude am Segeln, toll beschrieben und das Fazit zeigt: “Energie sparen kann Spaß machen, ja wirklich.” An solchen Artikeln wird deutlich, dass die Autokonzerne solchen Auto-Bloggern noch mehr Elektroautos und Hybride für Testfahrten zur Verfügung stellen sollten, denn diese Fahrzeugklasse braucht solche mit-erlebbaren, weil subjektive Aha-Erlebnisse!
  • Thomas vom Greenmotorsblog hat dieses Glück bereits: Nissan stellt ihm im Rahmen der Big Turn On – Kampagne für 100 Tage den Elektrowagen Nissan Leaf zur Verfügung. Der erste Fahrbericht ist online und noch weitere werden sicher folgen. Da also dran bleiben!
  • Nicole und Björn waren ein Team bei der Bodensee Elektrik und berichten in ihren Blogs von dieser E-Auto Rallye. Lisa ergänzt mit einigen sehenswerten Fotos und einer Auflistung der teilnehmenden Modelle, u.a. auch ein Fisker Karma und Tesla Roadster dabei gewesen!
  • Abschließend möchte ich noch auf das sehr lesenswerte Plädoyer für charakterstarke und generationenprägende Autos durch Christopher Stegemann hinweisen. Er analysiert sehr gut, was Menschen bei Autos suchen (sowohl Karrierefrauen als auch die Hippie-Braut), zeigt das strategische Dilemma der Autokonzerne auf (der Kampf um den besten Platz im massentauglichen Mittelmaß) und erschließt durch den Vergleich von Apple und Tesla dem Leser eine Erkenntnis: “Und ausgerechnet diese kleine Firma aus Kalifornien ist drauf und dran, den Automarkt zu revolutionieren. Nicht, weil sie mehr Autos als irgend jemand sonst verkaufen werden, sondern weil sie charakterstarke Autos verkaufen werden – und damit die Menschen erreichen, die sich ein Chromjuwel wünschen.” Dieser Artikel ist einfach ein Must-Read!
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Carsharing zieht Investorengelder an

Innovative Anbieter verändern mit neuen Car-Service-Modellen den Automobilmarkt. Auch Investoren sehen diesen Trend und investieren gezielt Venture Capital in aufstrebende Unternehmen im Carsharing-Segment.

  • Zipcar sammelte in den USA Venture Capital von mehr als 200 Mio Dollar ein, bevor es bei seinem IPO 174 Millionen Dollar erlöste.
  • eHi Car Rental beweist das Carsharing nicht nur in den entwickelten Märkten USA und Europa Thema ist, sondern auch bereits in den BRIC-Staaten Relevanz hat. Der chinesische Anbieter wirbt 165 Mio Dollar ein. Das Unternehmen startete vor kurzem den Service FastCar in Ballungszentren Chinas, das ein Car on Demand-Modell ähnlich DriveNow oder Car2go ist.
  • Insbesondere P2P Car-Sharing Anbieter, d.h. die internetgestütze Vermittlung und Vermietung von Privatfahrzeugen untereinander (“Peer to Peer”) ermöglichen, stehen für viele Risikokapitalgeber aktuell im Fokus. So sammeln Anbieter von Wheelz über Getaround bis Whipcar jeweils ein- bis zweistellige Mio-Beträge von verschiedenen VCs ein.
Der Investorenfokus auf Carsharing erhöht die Priorität des Themas bei etablierten Automobilkonzernen zusätzlich.
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